Vormundschaft und Ergänzungspflegschaft


Wie kommt es zu einer Vormundschaft oder Ergänzungspflegschaft?

In der Regel wird das zuständige Jugendamt auf Familien, in denen es Schwierigkeiten gibt, aufmerksam gemacht und überprüft die familiären Verhältnisse. Wenn das Kindeswohl erheblich gefährdet ist und nicht durch die Eltern behoben werden kann, ersucht das Jugendamt beim Familiengericht um einen Vormund bzw. Ergänzungspfleger.


Was versteht man unter einer Vormundschaft?

Wenn Eltern ihre Verantwortung für ihre Kinder nicht übernehmen können oder wollen, stellt das zuständige Familiengericht das Kind unter Vormundschaft. Das Familiengericht entzieht den Eltern die elterliche Sorge (Personen- und Vermögenssorge) und bestellt mit einem Gerichtsbeschluss einen Vormund.
Der Vormund hat sich ausschließlich um das Wohlergehen des Mündels (Kindeswohl) zu kümmern und Entscheidungen zu treffen, die normalerweise die Eltern fällen, zum Beispiel wenn es um den Besuch von Kindergarten und Schule geht, um die Zustimmung für medizinische Maßnahmen, den Wohnort oder die Geldverwaltung. Der Vormund ist – ersatzweise für die Eltern – der rechtliche Vertreter des Kindes in allen Angelegenheiten (vergleiche auch Bürgerliches Gesetzbuch §§ 1773 – 1895).


Was ist eine Ergänzungspflegschaft?

Um eine Ergänzungspflegschaft handelt es sich, wenn das Familiengericht Eltern per Beschluss einen Teil ihrer elterlichen Verantwortung entzogen hat, zum Beispiel nur für die Beantragung zur Bestimmung des Aufenthalts. Der Ergänzungspfleger vertritt das Kind dann in bestimmten Angelegenheiten und tritt somit als Mitverantwortlicher neben die Eltern (vergleiche auch Bürgerliches Gesetzbuch §§ 1909 – 1921).

Zielgruppe für Vormundschaft und Ergänzungspflegschaft sind Kinder und Jugendliche, deren Eltern aus bestimmten Gründen ihre elterliche Verantwortung nicht oder nur teilweise wahrnehmen können.
 

Welche Rolle spielt die KJF
bei einer Vormundschaft oder Ergänzungspflegschaft?

Das Bayerische Landesjugendamt hat der Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Regensburg e. V. erlaubt, Vormundschaften und Ergänzungspflegschaften nach § 54 SGB VIII und Artikel 60 AGSG zu übernehmen. Dafür stehen bei der KJF-Nebenstelle in Weiden qualifizierte Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen zur Verfügung. Als Dienstgeber stellt die KJF die dafür notwendigen Rahmenbedingungen sicher, zum Beispiel geeignete Diensträume und Dienstautos.


Wie sieht die Hilfe der KJF aus?

Der Vormund oder der Ergänzungspfleger stellt das Wohl des Kindes, des Jugendlichen sicher, indem er ersatzweise oder ergänzend zu den Eltern die rechtliche Vertretung übernimmt. Die Bestellung durch das Familiengericht erfolgt persönlich, das heißt, die Mitarbeiter der KJF-Nebenstelle Weiden werden namentlich mit Stellvertretern benannt.

Regelmäßige, persönliche Kontakte zum Kind oder Jugendlichen und die Zusammenarbeit mit anderen Fachkräften aus Kindertageseinrichtungen, Schulen, dem Jugendamt, Ärzten, Familienhilfen und Behörden tragen wesentlich dazu bei, das Kindeswohl der Mündel und Pfleglinge zu gewährleisten.